wenn wir alles sein können

Irgendwo zwischen Reeperbahn und Rudersteg bin ich auf der Suche nach mir selbst. Nach Dingen, die mir Freude machen. Nach ein bisschen mehr „das ist der richtige Weg“.

Ich möchte ankommen, überall ein bisschen und am meisten bei mir selbst. Das habe ich mir fest vorgenommen für diesen Sommer. Aber wie genau soll das funktionieren? Und was ist Ankommen eigentlich? Kann ich irgendwo ankommen oder ist die Reise unendlich?

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Augen zu und tanzen gehen schreibe ich um 2:47 Uhr mit einem Edding an die Toilettentür. Das war das Motto des Abends, der Nacht. Dass das mal passiert, hätte ich allein vor ein paar Wochen noch nicht gedacht. Und nun bin ich irgendwo zwischen Reeperbahn und Rudersteg auf der Suche nach mir selbst. Nach Dingen, die mir Freude machen. Nach ein bisschen mehr „das ist der richtige Weg“.

Um irgendwo anzukommen, musst du erstmal losgehen, war mein Gedanke, als ich plötzlich Dinge tat, von denen ich dachte, sie würden nicht zu mir passen.

Ein Buch lesen, das man sich auf den ersten Blick nicht ausgesucht hat. Einen Film schauen, der einem anderen Genre entspricht als sonst. In einem Gespräch sich ganz auf die andere Person einlassen und sich wirklich interessieren. Neue Sportarten ausprobieren, obwohl man eigentlich keine Zeit für Sport hat.

Und nach ein bisschen Zeit ist mir klar geworden, irgendwie können wir alles sein. Uns jeden Tag ein bisschen neu erfinden. Einen Umweg mit dem Fahrrad fahren oder tanzen gehen. Jeden Tag etwas Neues ausprobieren.

Meine Mitbewohnerin hat mal zu mir gesagt: „Den Satz ‘Das passt nicht zu mir.‘ streichen wir aus unserem Wortschatz“. Damit hat es angefangen. Es gab also nichts mehr, was ich nicht sein konnte. Aber wer bin ich, wenn ich alles sein kann? Das war dann meine neue Aufgabe, es herauszufinden.

Also konnte ich nach einiger Zeit rudern, fechten, einen Handstand, schöne Texte schreiben und dich anschreien. Ich kann aus den Wilden Hühnern zitieren und Bücher vom Diogenes Verlag lesen. Ich kann freihändig Fahrrad fahren und bei der Biene kurz aufschreien. Ich kann Feuer machen und mir die Nägel lackieren. Und das Wichtigste: Ich kann alles lernen.

Ich probiere alles aus. Gehe nur noch jedem zweiten Abenteuer aus dem Weg, aber wer bin ich wenn ich alles sein kann? Und wann komme ich an? Diese Fragen sind noch nicht geklärt und werden wahrscheinlich auch noch lange ungeklärt bleiben. Aber ist das schlimm? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht, weil wir sind jung und können alles sein.

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